Ein Platz mit Zukunft für das Paul-Friedl-Haus

Im Freilichtmuseum Finsterau soll das Spiegelauer Baudenkmal eine neue Heimat finden

Finsterau. Vergangenen Freitag besichtigten Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Landrat Sebastian Gruber, Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Reimeier und der Leiter des Freilichtmuseums Finsterau Dr. Martin Ortmeier den Platz, auf dem das Geburtshaus des Heimatdichters Paul Friedl wieder aufgebaut werden soll. Die dafür vorgesehene, bereits gerodete Fläche auf dem Gelände des Freilichtmuseums bietet beste Bedingungen, um das Gebäude künftig entsprechend seines geschichtlichen Hintergrunds als Literaturhaus für den Bayerischen Wald zu nutzen – darüber waren sich alle Beteiligten bei der Begehung einig.

Dass es sich in Finsterau um einen sehr gut geeigneten Standort für das Paul-Friedl-Haus handelt, davon sind auch die Mitglieder des Zweckverbandes ‚Niederbayerische Freilichtmuseen Massing im Rottal und Finsterau im Bayerischen Wald‘ und der Bezirk Niederbayern überzeugt. Entsprechend wurde bei der Verbandsversammlung am 19. Juli die Bereitstellung von Finanzmitteln im Haushalt 2018 für den Wiederaufbau in 2019/2020 beschlossen.

Derzeit steht das Paul-Friedl-Haus in Spiegelau an der Staatsstraße 2132. Es ist dort akut vom Verfall bedroht und eine Nutzung für kulturellen Zwecke ist unter anderem wegen der hohen Lärmbelastung durch den Straßenverkehr nicht möglich. „Es ist mir sehr wichtig, dass dem Paul-Friedl-Haus in Finsterau neues kulturelles Leben eingehaucht wird. Als Bezirkstagspräsident und Vertreter des Bayerischen Waldes ist dies für mich ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung der regionalen Identität. Paul Friedl hat in seinem literarischen Wirken ein wunderbares Bild des Lebens im Bayerwald gemalt und nicht zuletzt die Glasmachertradition dokumentiert“, betonte Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich. „Der Erhalt des Gebäudes am ursprünglichen Standort wäre durchaus wünschenswert. Aber die Bemühungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass dies nicht dauerhaft möglich ist.“ Tatsächlich ist der Bau in Spiegelau nicht nur selbst vom Verfall beispielsweise durch eindringendes Wasser und das Streusalz von der Staatsstraße in unmittelbarer Nähe bedroht. Mittlerweile besteht auch die Gefahr, dass Teile des Dachs auf die Staatsstraße stürzen. Eine entsprechende Absicherung zum Schutz für den Straßenverkehr soll noch dieses Jahr durchgeführt werden.

Bereits seit rund 25 Jahren bemühten sich Heimatpfleger, Eigentümer, Gemeinde und untere Denkmalbehörde vergeblich um den Erhalt vor Ort. „Ich freue mich, dass im Freilichtmuseum Finsterau ein derart gut geeigneter Platz für das Paul-Friedl-Haus gefunden wurde“, sagte Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Reimeier. „Nach den vielen Jahren eifrigsten Bemühens um die Standorterhaltung und unter den gegebenen baubedenklichen Umständen gibt es viele gute Gründe, die gegen den Originalstandort und für die Fläche im Freilichtmuseum sprechen.“ So sei der neue Platz idyllisch, ruhig und mit der nötigen Infrastruktur für Veranstaltungen ausgestattet – ideal, um nicht nur die Innenräume des Gebäudes zu nutzen, sondern auch den Außenbereich. „Selbst die Neigung des Untergrundes entspricht der des Grundstücks in Spiegelau. Das sind sehr gute Voraussetzungen für den Wiederaufbau“, so Karl-Heinz Reimeier weiter. Auch Landrat Sebastian Gruber sieht die Zukunft des historischen Gebäudes in Finsterau: „Das Paul-Friedl-Haus in Finsterau aufzubauen, sehe ich als die beste Option, um das Gebäude adäquat für die Kultur- und Heimatpflege einzusetzen. Die Region würde davon sehr profitieren“.

„Die Stiftung der Passauer Neuen Presse ‚Dr. Hans Kapfinger-Stiftung‘ hat zugesagt, sich mit drei Zuschüssen von jeweils 10.000 Euro an der Umsetzung zu beteiligen“, berichtete Museumsleiter Dr. Martin Ortmeier. Das Freilichtmuseum Finsterau plant in Zusammenarbeit mit dem Karl Klostermann-Verein, dem Waldschmidt-Verein und dem Bayerischen Waldverein im Paul-Friedl-Haus eine Begegnungs- und Pflegestätte für die Literatur des Bayerischen Waldes fernab von großen Städten einzurichten – eben das, was die Romanciers und Dichter dieser Region bewegt hat: harte Arbeit im Wald und auf den Feldern, Schönheit und Macht der Natur, dörfliches Leben und Religion im Alltag. „Das wird in Finsterau rund um das Paul-Friedl-Haus zur Anschauung und zum Erlebnis bereit sein“, betonte Dr. Ortmeier. „Natur- und Kulturraum des Bayerischen Waldes, in den das Freilichtmuseum eingebettet ist, soll zukünftig auch junge Schriftsteller zu eigener schöpferischer Arbeit anregen.“

Die Staatsstraße 2132 erschwert die Nutzung des Paul-Friedl-Hauses an seinem bisherigen Standort und bedroht zudem die Bausubstanz.
Foto: Freilichtmuseum Finsterau

08.08.2017

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