Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich besucht Verein zum Erhalt des Industriedenkmals
Ering. Der Bezirk Niederbayern fördert die Instandsetzung der ehemaligen Malzfabrik in Ering mit 28.800 Euro. Konkret sind die Mittel im Zuge der Förderung der Denkmalpflege für die Notsicherung der nordwestlichen Gebäudeecke vorgesehen. Dafür stimmte der Kultur-, Jugend- und Sportausschuss des Bezirks Niederbayern in seiner Sitzung Ende März. Am Dienstag statte Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich dem Verein „Projekt Malzfabrik Ering“, der sich dem Erhalt des Gebäudes aus dem späten 19. Jahrhundert verschrieben hat, einen Besuch ab und besichtigte die Malzfabrik.
Die Bewilligung der finanziellen Unterstützung erfolgt gemäß Nr. 5.4 der Richtlinien des Bezirks Niederbayern zur Förderung der Denkmalpflege. Die Gesamtkosten der Notsicherung belaufen sich auf rund 290.000 Euro. Mittel erhält der Verein zum Erhalt der Malzfabrik zudem vom Landesamt für Denkmalpflege. Die Pläne zur Notsanierung stammen vom Architekturbüro Schmöller aus Passau.
Bei dem Industriedenkmal Malzfabrik handelt es sich um einen in den Jahren 1896/97 von italienischen Baumeistern nach Plänen der Maschinenfabrik F.J. Sommer errichteten Blankziegelbau des Eringer Ökonoms und Gutsbesitzers Gottfried Mayer. Ihren Betrieb nahm die Malzfabrik im Jahr 1900 mit Dampfmaschinen der Maschinenfabrik Sommer auf. Vor dem 2. Weltkrieg versorgte sie Brauereien bis nach Oberitalien und rund 30 kleine und mittlere Brauereien im Rottal. In den Nachkriegsjahren produzierte die Fabrik nur noch zwanzig Prozent der Vorkriegsquote. 1970 legten die Besitzer die Fabrik still, es folgten mehrere Eigentümerwechsel und das Gebäude erlitt trotz Denkmalschutz schwere Schäden.
Erst mit der Gründung des Vereins „Projekt Malzfabrik Ering e.V.“ gab es neue Ideen und Aktivitäten zur Belebung und dem Erhalt des Gebäudes. Das Ziel: Die weitläufigen Räumlichkeiten sollen sowohl Veranstaltungen, Kunst und Kultur beheimaten, als auch Büroflächen in der obersten Etage. 2022 schloss der Verein mit dem Eigentümer einen Erbpachtvertrag ab. Mitte September 2024 kam es zum Teileinsturz an der nordwestlichen Gebäudeecke. Seither läuft die Notsanierung, die nun auch der Bezirk Niederbayern unterstützt.
Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich lobte bei seinem Besuch das Engagement des Vereins um die Vorsitzende Veronika Zunner Fadhli. „Die Möglichkeiten der Kommunen für solche Projekte sind oft begrenzt. Umso wichtiger ist es, dass sich die Bürgerinnen und Bürger für den Erhalt von ortsbildprägenden Gebäuden einsetzen. Der Verein zum Erhalt der Malzfabrik leistet hier eine tolle Arbeit und zeigt, dass jeder etwas für seine Heimatgemeinde bewegen kann.“ Er habe sich über die positive Entscheidung des Kultur-, Jugend- und Sportausschusses gefreut. „Mit dem Abriss von historischen Gebäuden, auch wenn sie in schlechtem baulichen Zustand sind, geht immer eine Stück Geschichte verloren. Deshalb müssen wir die graue Energie dieser Gebäude erhalten und uns neue Konzepte für deren Nutzung überlegen. Das erfordert viel Einsatz und oft auch große finanzielle Mittel. Aber ich bin davon überzeugt, dass sich das Engagement loht. Ering wird hierfür hoffentlich in Zukunft als gutes Beispiel dienen.“
Bildunterschrift: Die Pläne für die Instandsetzung des Architekturbüros Schmöller aus Passau wurden vorgestellt.
Foto: Bezirk Niederbayern, Korbinian Huber