Bei den Sitzungen der Bäderzweckverbände blickten die Verantwortlichen auf die aktuelle Haushaltslage und wirtschaftliche Entwicklung der niederbayerischen Thermen
Ein hohes Maß an Resilienz, Kreativität und Engagement war in den vergangenen fünf Jahren gefragt, um die Krisen – hervorgerufen etwa durch die Corona-Pandemie und den Angriffskrieg auf die Ukraine – zu bewältigen und die Haushaltslage der fünf Heil- und Thermalbäder zu stabilisieren. Trotz eines prognostizierten Gesamtdefizits von 11,31 Millionen Euro in 2024 zogen die Verantwortlichen bei den Sitzungen der Bäderzweckverbände Bad Füssing, Bad Birnbach, Bad Griesbach, Bad Abbach und Bad Gögging eine verhalten optimistische Bilanz.
Zu den größten Herausforderungen zählen die Kostensteigerungen bei Energie und Personal. Alleine die Kosten zu reduzieren, sei jedoch nicht ausreichend, um eine „schwarze Null“ zu schreiben, beschreibt Franz Altmannsperger, Geschäftsführer der Niederbayerischen Thermengemeinschaft, die Situation. Auf der Haben-Seite stehe die strategische Neuausrichtung, die 2020 gestartet wurde und die inzwischen Früchte trägt.
Für jeden Standort wurden individuelle Maßnahmen erarbeitet, die konsequent umgesetzt wurden. Auch wurde in den Verbandsversammlungen ein gemeinsames Vermarktungskonzept für die Thermen verabschiedet, um Gästezahlen und somit die Umsätze zu steigern. In 2024 konnten rund 21.000 Behandlungen mehr verzeichnet werden als im Vorjahr. Dennoch sei man noch nicht auf dem Niveau von 2019, so Altmannsperger. „Seit 2022 haben die Behandlungszahlen kontinuierlich zugelegt. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“.
Die Verbesserung der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit gehöre zu den wichtigsten Zielen der Thermengemeinschaft, betonte der Vorsitzende der Zweckverbände, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich. Die durch den Ukraine-Krieg ausgelöste Energiekrise bestärkte die Niederbayerische Thermengemeinschaft auf dem Weg zur Nutzung regenerativer Energiequellen. Weiterhin wird an den Standorten die Nutzung der Wärme des abgebadeten Thermalwassers, des Grundwassers, Solarstrom oder auch der Anschluss an ein lokales Nahwärmenetz geprüft. In Bad Birnbach beispielsweise wurde bereits ein gemeinsames Nahwärmenetz mit der Rottal Terme als größten Abnehmer beschlossen.
„Bei den Planungen hin zu mehr regenerativer Energieerzeugung und -einsparung für die Heil- und Thermalbäder ist der Blick nicht nur auf die Bilanzen der Heil- und Thermalbäder gerichtet, sondern auch auf den CO2-Fußabdruck. Die Bäderzweckverbände mit ihren Thermen werden ihre Bemühungen fortsetzen, um den Ausstoß von Treibhausgasen weiter zu reduzieren“, so Dr. Heinrich. Ökologie und Ökonomie müsse dabei gleichberechtigt Berücksichtigung finden.
Thematisiert wurde auch der aktuelle Status des Verkaufs der Kaiser-Therme. Dazu Katrin Landes, Geschäftsleiterin des Zweckverbands Kurmittelhaus Bad Abbach: „Das Projekt-Team ist in enger und regelmäßiger Abstimmung. Die Koordination der zahlreichen Maßnahmen ist komplex und wir liegen im Zeitplan“.
Bildunterschrift: Bei den Sitzungen der Bäderzweckverbände zogen die Verbandsmitglieder trotz großer Herausforderungen eine verhalten optimistische Bilanz (im Bild: Sitzung in Bad Füssing).
Foto: Bezirk Niederbayern, Korbinian Huber